Pflege

Natürlich muss man sich auch bei Alpakas um Pflege kümmern. Das betrifft nicht nur die Schur, sondern auch andere Dinge.

Die Schur

Alpakas scheren – Sicherlich die Hauptmotivation der Halterinnen und Halter und der lang ersehnte Preis für die Arbeit und den Aufwand. Denn nun geht es darum, den begehrten Stoff zu bekommen und aufzuarbeiten. Damit stellt die Schur den ersten Schritt zur selbst hergestellten Wolle. Allerdings darf dies nicht nur zum Eigennutz geschehen, denn die Tiere haben (nicht zuletzt aufgrund ihrer Zucht) ein Bedürfnis geschoren zu werden. Unter dem Pelz kann sich sonst beispielsweise in den Sommermonaten eine unangenehme bis bedrohliche Hitze aufbauen. Wer Alpakas scheren will, sollte dies auch als Grundanspruchs jedes Tieres sehen – und das mindestens einmal im Jahr.

Handwerklich ist es nicht getan mit „mal eben rasieren“. Das bezieht sich einerseits auf die Kompetenz der oder des Durchführenden: Wir reden hier über eine Prozedur, die Wissen und Erfahrung voraussetzt. Wer möchte, kann sich aber entsprechend ausbilden lassen und schließlich selbst Hand anlegen. Andererseits geht es auch um das Werkzeug. Während ein Friseur bei (den allermeisten) Menschen mit Langhaarschneider und Kamm auskommt um Haare schnell zu schneiden, sind solche Gerätschaften bei der professionellen Tierschur eher ungeeignet. Es gibt aber eine breite Palette von Schermaschinen, die speziell für die Arbeit mit Tieren geeignet sind. Sie verfügen über unterschiedliche Eigenschaften, welche für diesen Zweck von großem Vorteil sein können. Auch hier sollte die oberste Priorität das Wohlergehen des Tieres sein. Eine vorsichtige Schur reduziert ungemein die Verletzungsgefahr was wiederum den Stress der Tiere minimiert.

Wer sich diese Aufgabe nicht zutraut, kann dies einem Profi überlassen und seine Alpakas scheren lassen.

Fußpflege

Wie auch bei uns Menschen müssen hin und wieder die Nägel geschnitten werden. Aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu den Kamelen sind auch Alpakas Paarhufer, welche pro Fuß über zwei Nägel aus Horn verfügen. Ähnlich wie beim Scheren kommen wir hier mit den üblichen Werkzeugen wie Nagelscheren für Menschen nicht weit. Denn die Nägel der Tiere sind weitaus größer und stabiler.

Das Wachstum der Nägel schreitet voran, und während Katzen ihre Krallen wetzen und Hunde buddeln, kann es nötig sein, dass wir bei unseren flauschigen Wollfreunden etwas nachhelfen müssen. Oft wird zu präzisen und hochwertigen, elektrischen Schleifwerkzeugen gegriffen, um das harte Material zu bearbeiten. Auch hierbei sollte vorsichtig vorgegangen werden, um das Tier nicht zu verletzen. Wie auch die Schur ist das Nägelschneiden wichtig und sollte in regelmäßigen Intervallen in Erwägung gezogen werden. Wer keine Erfahrung oder entsprechende Ausbildung hat, sollte einen Fachmann zurate ziehen.

Das Schneiden hat auch noch einen weiteren Zweck: Nutzen sich die Nägel nicht auf natürliche Weise ab sondern wachsen immer länger, können sie die Haltung der Tiere ungünstig beeinflussen. Spätestens jetzt sollte man zur Schere bzw. zum Schleifgerät greifen.

Kotstellen

Gerade in der Anfangsphase der Haltung kann es notwendig sein, dass der Kot der Tiere auf der Weide eingesammelt werden muss. Das hat folgenden Grund: Alpakas verrichten ihr Geschäft meist an der gleichen Stelle. Anfangs ist diese jedoch noch nicht festgelegt, und die Tiere wissen nicht wohin. Um ihnen zu zeigen, wo sich ein geeigneter Ort befindet, werden die Ausscheidungen eingesammelt und an die entsprechende Stelle gebracht. So können die Tiere lernen, welchen Platz sie aufsuchen können. Das ist in etwa vergleichbar mit der Stubenreinheit junger Katzen oder Hunde. Auch sie müssen sich in der ungewohnten Umgebung zurecht finden und verstehen, welche Regeln es beim Verrichten der Notdurft gibt. Gib den Tieren dabei etwas Zeit um sich daran zu gewöhnen. Du kannst auch positive Aspekte an der Arbeit sehen: Die Hinterlassenschaften können später als Dünger eingesetzt werden. Denn nährstofftechnisch bieten sie für viele Pflanzen ein gutes Profil. Manche Menschen schwören sogar auf Alpakakot als Alternative zum teuren Guano. Außerdem ist der Kot trocken und entwickelt in kleineren Mengen auch keinen penetranten Geruch. Das sollte wenigstens ein wenig Motivation geben, diese wichtige Pflicht als Halter wahrzunehmen. In diesem Sinne: Anpacken!