Körpergerüche in Alpaka-Wolle

Alpaka-Wolle stinkt doch bestimmt? Nein!

Es graut dir vor Kleidung aus Alpaka-Wolle, die stinkt und nur schwer zu reinigen ist? Keine Sorge: Alpaka-Wolle kann viel mehr als flauschig und warm zu sein! Außerdem sind riechende Textilien im Grunde ein gutes Zeichen für Dich. Denn sie bedeuten, dass Deine Thermoregulation (=Steuerung deiner Köprertemperatur) gut funktioniert. Alles in Ordnung, Thema gegessen. Oder?
Ganz so einfach ist es nicht, denn übel riechende Kleidung ist sicherlich für viele Menschen unangenehm. Sie kann sogar zum gesundheitlichen Problem werden. Wie Schweißgerüche in Stoffen entstehen, was hilft und warum Alpaka-Wolle ein wahrer Geruchs-Killer ist erfährst Du in diesem Artikel.

Beispiel Fußgeruch

Tacheles! Sicher kennst Du jemanden, der seine Schuhe am besten immer anbehalten sollte. Überall. Vielleicht nicht Du, sondern ein Freund. Dieser jemand kann aber nicht immer in Schuhen stecken, wie beispielsweise in sauberen Räumen oder im Bett. Und sobald die Schuhe abgestreift werden, lässt der Geruch nicht lange auf sich warten: Käsemauken sind für alle Beteiligten gleichermaßen unangenehm wie schwer zu beseitigen. Doch woher kommen sie?

Schweiß ist der Sündenbock

An unseren Füßen befinden sich normalerweise viele Schweißdrüsen. Das ist auch gut so. Hier und an einigen anderen Körperstellen gibt der Körper Flüssigkeit ab, welche dann auf der Hautoberfläche trocknet. Dies dient dem Körper als Kühlmechanismus. Denn durch die Verdunstung kühlt die jeweilige Stelle ab. Ein entscheidender Vorteil in der Evolution! Hunde haben beispielsweise nicht die Möglichkeit, Verdunstung in so einem Maße zu erzeugen. Deshalb hecheln sie bei warmen Temperaturen. Auch Schweine schwitzen praktisch kaum aufgrund fehlender Schweißdrüsen. „Schwitzen wie ein Schwein“ kann also eigentlich niemand, dem die Perlen von der Stirn rinnen. Schweiß ist also erst einmal was Gutes. Und penetrant stinken tut er eigentlich auch nicht.
Allerdings befinden sich auf der Haut viele Bakterien. Viele davon zählen zur gesunden Hautflora und helfen Dir, indem sie einen biologischen Schutzmantel bilden. Manche von ihnen sind aber wahre Stinker. Sie verderben uns das unbeschwerte Sockentragen.

Bakterien und Buttersäure

Einige Bakterien auf der Haut leben von unserem Schweiß. Sie warten nur darauf, dass wir Sport treiben oder Stress haben und dadurch Schwitzen. Dann machen sie sich über die Flüssigkeit her. Während ihrer Verdauung produzieren sie Ausscheidungen, welche eine miefende Substanz enthalten: Buttersäure. Sie hat den typischen Käsefuß-Geruch. Nun genügt es, wenn der Schweiß kaum oder gar nicht verdunsten kann, weil er nicht mit Luft in Kontakt kommt. Das geschieht beim langen Tragen von Schuhen oder in den Achselhöhlen. Jetzt bleibt die Haut durch den Schweiß feucht, wodurch sich ein hervorragender Nährboden für die Bakterien bildet. Ziehen wir die Schuhe dann aus oder heben den Arm, riecht es. Durch länger anhaltende Feuchte können sogar Pilze im wahrsten Sinne „Fuß fassen“ und sich ansiedeln. Sie können – im Gegensatz zu den harmlosen Stinke-Bakterien – tatsächlich eine ernstzunehmende Infektion darstellen. Damit lautet die Devise: atmungsaktive Kleidung! Sie lässt den Schweiß und die Luft zirkulieren und sorgt für Verdunstung. Damit ist die Gefahr für müffelnde Kleidung eingedämmt.

Alpaka-Kleidung verhindert Geruch

Hier bieten natürliche Stoffe wie Alpakavlies eine wunderbare Grundlage. Sie nehmen den Schweiß auf und lassen umgebende Luft zirkulieren, wodurch die Flüssigkeit schnell trocknen kann. Damit sind sie optimal, um Schweißgeruch vorzubeugen. Außerdem bietet Alpaka-Wolle Bakterien nur sehr schlechte Lebensbedingungen, denn sie hat einen sehr geringen Anteil an Wollfett. Sie wirkt damit antibakteriell, sodass sich die Stinker gar nicht erst in großen Zahlen darin ansiedeln können. So wird nicht nur verhindert, dass Alpaka-Wolle stinkt: auch die Ansteckungsgefahr durch Bakterien wird gesenkt.

Wie kann man Schweißgeruch beseitigen?

Es gibt einige Hausmittel, die Kleidung von bestehendem Schweiß befreien sollen. Manche schwören auf die Mikrowelle, andere legen ihre Hosen über Nacht ins Eisfach. Beides soll dem Zweck dienen, die Bakterien zu vernichten und so die Anreicherung von Buttersäure zu stoppen. Ob solche Tricks wirklich funktionieren, muss wahrscheinlich jede/r selbst testen. Um den Geruch gar nicht erst entstehen zu lassen hilft es aber, auf natürliche Textilien zu setzen und diese nicht allzu lang am Stück zu tragen. Danach kann man sie einfach über längere Zeit ablüften lassen. So können sie komplett trocknen, bevor sich eine kritische Bakterienpopulation entwickelt hat. Bei Kleidung aus Alpaka-Wolle funktioniert das besonders gut, da sie den Bakterien das Leben ohnehin schwer machen und so in Verbindung mit Luft kaum zum Riechen neigen.

Natürliche Fasern riechen weniger

Nun weißt du: Wer die richtige Kleidung trägt und damit fachgerecht umgeht, muss sich um Schweißgeruch wenig Sorgen machen. Das gilt für Pullis, Decken, Mützen oder Socken gleichermaßen. Ein weiterer Grund, Alpaka-Kleidung zu kaufen und damit nicht nur natürlicher zu leben, sondern auch in einem gesünderen und angenehmeren Umfeld.