Alpaka-Wolle

Was ist Alpaka-Wolle?

Eigentlich ganz einfach: die Haare der Alpakas! Okay, Spaß beiseite – Wenn dich dieses Thema interessiert, möchtest du sicherlich mehr über Alpaka-Wolle erfahren als diese extrem geheime Information. Deshalb habe ich hier etwas ausführlicheres Wissen für dich aufbereitet. Damit kannst du nicht nur beim nächsten Strickkurs prahlen, sondern auch die Hintergründe der besonderen Beschaffenheit von Alpaka-Wolle verstehen und dich bewusster, zielgerichteter und nach deinen eigenen Ansprüchen nach Wolle umsehen.


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Warm & Bequem

Soweit so klar. Denn selbstredend besteht der Zweck von Wollpullis natürlich darin, warm zu halten, wenn wir uns nach Draußen in die Kälte begeben. Kehren wir dann aber schließlich in warme Innenräume zurück, kann die Kleidung anfangen zu kratzen. Handschuhe, Schals und Mützen können wir dann abstreifen, einen Pullover möchtest du aber eventuell anbehalten und spätestens die Socken ziehen wir höchstens dann aus, wenn wir schräge Blicke der anderen Beteiligten ernten oder gar durch Gerüche Abstand schaffen wollen.

Deine Füße und deren Eigenschaften in allen Ehren – der Punkt ist: unbequeme weil kratzige Kleidung ist gerade im Winter ein lästiges Ärgernis. Ganz besonders trifft das auf Dinge zu, die preislich gesehen nicht gerade aus dem untersten Regalfach gewählt wurden. Hier kann besonders die Alpaka-Wolle im Vergleich zu anderen Wollarten punkten. Sie ist nämlich mehr als ein Kompromiss zwischen warm und bequem. Denn von vielen Menschen werden die Produkte zum einen als besonders warm und weich empfunden, zum anderen oft auch als kaum kratzig. Dadurch geben sie Dir häufig ein geschmeidigeres Gefühl auf der Haut als beispielsweise die Wolle von Schafen. Im Unterschied zur Schafswolle erscheint die Alpaka-Wolle auch feiner.

Die Struktur der Alpaka-Wolle

Bereits auf Bildern ist zu erahnen: Die Alpaka-Wolle ist ein ganz besonderer Stoff. Genauer gesagt: Es lassen sich ganz besondere Stoffe daraus herstellen. Hast Du schon einmal Handschuhe oder Socken getragen, die daraus hergestellt wurden? Dann weißt du sicherlich wovon ich spreche. Wenn nicht, entgeht Dir eine schöne Erfahrung. Wieso? Das wird Dir dann bewusst, wenn wir diese flauschigen Helferlein am meisten brauchen – in der kalten Jahreszeit.

Fangen wir bei deinen eigenen Kopfhaaren an. Vielleicht hast du über deren Struktur schon einmal etwas erfahren. Denn die Substanz, aus der sie bestehen, ist vielfältig und wichtig für unterschiedliche Bedürfnisse. Bekannt ist sie im Volksmund auch als „Horn“. Nicht nur Haare, sondern auch Finger- und Fußnägel bestehen daraus, bei Tieren eben auch das Fell und sogar Hörner und Hufe. Die Wichtigkeit des Horns zeigt sich in den Aufgaben, welche der Körper damit bewältigen kann. Haare dienen zum Beispiel als Isolation und Schutz, während Fingernägel, Hufe oder Hörner als Werkzeuge oder Waffe eingesetzt werden können. Das bedeutet, dass Horn sowohl hart und widerstandsfähig, dabei jedoch auch flexibel, leicht und isolierend sein sollte. Dabei handelt es sich wohlgemerkt um organisches Material, das nachwächst, wenn man es abnutzt oder -schneidet. Ganz schön beeindruckend, wenn man bedenkt, wie wir es heutzutage bei uns eher als Last empfinden und einfach abschneiden, oder? Um noch etwas genauer zu werden: Das Horn besteht aus Keratin (nicht zu verwechseln mit Kreatin!), einer Proteinverbindung, die der Körper selbst herstellt.

Wieso wärmt Alpaka-Wolle so gut?

Technisch gesehen wärmt Alpaka-Wolle gar nicht. Jedenfalls nicht aktiv. Vielmehr kann sie Wärme relativ gut speichern. Und das geht durch ihre Struktur: Beim Fell, welches aus vielen einzelnen Haaren besteht, bildet sich sozusagen ein „Wald“ aus vielen Härchen, welcher sich direkt über der Hautoberfläche befindet. Je nachdem, wie die Haare wachsen und wie sie beschaffen sind, wird das Fell glatt oder kraus. Durch die dicht beieinander stehenden Haare entsteht die isolierende Wirkung. Denn wenn der Körper Wärme abstrahlt, erwärmt er auch die Luft, welche die Haut unmittelbar umgibt. Hätten wir nun keine Haare, oder Wolltiere keine Wolle, würde eine kleine Bewegung oder ein winziger Windstoß ausreichen, um diese erwärmte Luft von der Haut wegzublasen. Dann käme wieder kalte Umgebungsluft an die Haut, welche einen Teil der Körperwärme erneut aufnimmt. Der Körper müsste dann ständig „nachwärmen“, wir würden frieren. Diesen Effekt kannst du auch beobachten, wenn du dich länger in der selben Position in kühlem Wasser aufhälst. Der Körper erwärmt dann das Wasser um dich herum, sobald du dich nach einiger Zeit aber bewegst, wird’s kalt. Verfügt der Körper aber über den „Wald“ aus Haaren, wird die Luft dazwischen erwärmt. Luftzüge können jene nicht so leicht daraus verdrängen, denn sie müssten erst einmal zwischen die Haare drängen. Um dies zu tun, muss es schon ordentlich Wind geben, welcher uns ja auch erfahrungsgemäß schneller frieren lässt. Wenn du allerdings deinen Kopf unter kaltes Wasser hälst, wird es schnell kalt. Klar – das Wasser verdrängt die Luft zwischen deinen Haaren, nimmt Körperwärme auf und führt sie durch wegfließen schnell ab. Kurzum: Die Wolle hält warme Luft in trockener Umgebung. Der Körper muss die Luft nicht aufwärmen, sodass wir keine Wärme verlieren und nicht frieren.

Wie unterscheidet sich Alpaka-Wolle von herkömmlicher Wolle?

Nun weißt du: für Isolierung und den Erhalt der Körperwärme brauchen wir Wolle. Warum also nicht einfach irgendeine Wolle? Hauptsache viele Haare, die die Luft halten, oder? Nicht so ganz. Die Beschaffenheit der Wolle, beziehugnsweise der einzelnen Haare und deren Form, können ihre Eigenschaften beeinflussen. Wenn wir uns die Haare der Wolle unter dem Mikroskop angucken, stellen wir fest, dass Wollhaare unterschiedlich dick, lang oder kraus sein können. Besonders feine Haarstrukturen werden von Menschen oft als weich und nicht kratzig empfunden. Je nach Tier ist dabei die Wolle eher grob oder eher fein. Bei Alpakawolle reden wir schon von verhältnismäßig feiner Wolle. Bestimmte Einheiten sollen die Feinheit der Wolle kategorisieren. Dabei wird die Dicke der einzelnen Haare gemessen und in „Mikron“ angegeben. Dies ist ein veralteter Begriff für Mikrometer oder „Mü“, also den tausendsten Teil eines Millimeters. Zur Bestimmung der Feinheit von Wolle ist die Bezeichnung jedoch noch üblich. Dünnere Haare bedeuten eine höhere Qualität. Die feinsten Alpakafasern heißt Royal oder Baby Alpaka. Sie ist durch eine Feinheit von höchstens 20, bzw. 23 Mikron definiert. Danach folgen weitere Abstufungen, wie beispielsweise fein oder grob. Gröbere Alpakfasern liegen bei ca. 25 bis 30 Mikron oder darüber. Die Schuppenstruktur der Haare ist bei Alpakafaser zudem tendenziell feiner als bei Schafen, was maßgeblich zum weichen Empfinden beitragen dürfte. Außerdem können Garne aus Alpaka-Wolle Wärme bis zu fünf mal besser halten, als vergleichbare Garne aus Schafwolle.

Kann Alpaka-Wolle auch noch mehr?

Ja! Auch bei Feuchtigkeit in der Luft kann Alpaka-Wolle punkten. Zwar ist die Oberfläche der Haare wasserabweisend, Wasserdampf kann jedoch gut von der Wolle aufgenommen werden. Selbst bei relativ hohem Feuchtigkeitsgehalt der Luft fühlt sich der feine Stoff deshalb nicht unbedingt feucht an. Umgekehrt kann sie die Feuchtigkeit im Vergleich zu einigen anderen Textilien schnell wieder abgeben. Sie nimmt auch Gerüche schlecht auf, sodass Schweiß abgegeben werden kann und sich geruchstechnisch nicht oder nur kurz auf die Wollfasern überträgt. Wärmen kann sie damit effektiv; zu Baumwollprodukten sollte man eher greifen, wenn der Körper Kühlung benötigt, zum Beispiel bei Sportkleidung.

Baby Alpaka – ist das wirklich die Wolle des Jungtiers?

Auch wenn die Bezeichnung dies vermuten lässt – es ist lediglich ein Name. Er bezeichnet die Feinheit der Wolle, wird aber nicht tatsächlich von kleinen „Babyalpakas“ gewonnen. Hier kann also zugegriffen werden, ohne die Sorge, ein armes kleines Alpaka frieren lassen zu müssen. Solange sich die Hersteller der Wolle um das Wohl der Tiere kümmern, kannst du ruhig Wolle in Royal oder Baby Alpaka kaufen, ohne dir ein schlechtes Gewissen machen zu müssen.